Mit zwei Bussen voller interessierter Kinder samt Betreuer steuerte der Kreisverband der Gartenbauvereine Dingolfing-Landau am Samstag, den 25. April, zu einem Erlebnis- und Bildungstag ins Freilichtmuseum Massing.

Die übergroße Resonanz auf die angebotene Fahrt kam für die Verantwortlichen überraschend. „Mit so viel Interesse haben wir gar nicht gerechnet“, meinte Kreisgeschäftsführer Andreas Kinateder und die Kreisjugendsprecherin Manuela Lorenz. Dank der Unterstützung des Kreisjugendringes konnte diese Fahrt kostengünstig angeboten werden. Die Kapazitäten des Museums wurden vom Kreisverband voll ausgeschöpft. Bereits kurz vor halb neun startete ein Bus in Dingolfing, ein zweiter in Landau, um die Kinder und Jugendlichen mit Betreuern diverser Ortsvereine abzuholen. Schon im Bus wurden die Namensschilder und bunte Punkte aufgeklebt, um die Schar in vier Gruppen aufzuteilen. Nachdem die Teilnehmer voller Vorfreude auf dem Museumsparkplatz ausgestiegen waren, verteilte man sich auf die einzelnen Gruppen, um einander mit Spielen näher kennenzulernen. Jeweils vier Mitarbeiter des Museums boten ein vielseitiges Programm an, in dem die jeweilige Gruppe in Stationen mitwirkte.

Nicht nur für die Jüngsten war der absolute Renner eine gefahrene Führung auf dem alten Eicher-Bulldog. Auf dem Weg wurden bereits eifrige Kursteilnehmer eines Sensenmähkurses beobachtet, wie sie diese alte bäuerliche Arbeit wieder zu erlernen versuchten. Ziel war der Kochhof. Dieser Hof veranschaulicht das Leben auf einem Bauernhof zur Zeit um 1930. Roswitha Klingshirn zog mit praxisbezogenem Wissen selbst die Kleinsten Besucher in ihren Bann. Mit Fragen wie: „Was glaubt ihr, was man als Kind auf dem Hof für Aufgaben hatte?“ wurde Museumspädagogik erfahrbar. So staunten die Kinder nicht schlecht darüber, wieviel Arbeit, aber dadurch auch Verantwortung und Bestätigung Kinder damals schon hatten. Sie mussten dafür Sorge tragen, dass alle Tiere täglich Wasser bekamen, dieses musste zuvor am einzigen Wasserhahn draußen geholt werden, ebenso wie das Holz, das auch im Sommer täglich zum Kochen benötigt wurde. Die Tiere mussten schon vor Schulbeginn etwas zu trinken haben, und der Schulweg betrug oft drei Kilometer und mehr.

Dafür wurde um Dinge wie das Abspülen weniger Aufhebens gemacht. Jeder aß aus der gleichen Schüssel mit einem Löffel, der anschließend nur abgewischt wurde. War der Bauer mit Essen fertig, besagte ein ungeschriebenes Gesetz, dass auch die anderen nicht weiteressen durften. Somit verstand sich von selbst, dass zum Essen niemand zu spät kommen wollte.


Was die Kinder mit am meisten am Kochhof begeisterte, waren die vielen Tiere. Kaninchen, Hühner, Gänse, zwei Schweine mit vielen Ferkeln und ein Pfauenpaar. Der Pfauengockel konnte beim Radschlagen beobachtet werden, mit dem er seiner Henne imponieren wollte. Das Freilichtmuseum Massing beherbergt einige alte, vom Aussterben bedrohte Haustierrassen, darunter das Schwäbisch-Hällische Landschwein.

Weiterer Erlebnispunkt war das Basteln auf dem Heilmeierhof. Kartoffeln wurden zum Bedrucken verwendet. Nachdem jedes Kind ein Leporello mit Bauernhoftieren oder Bild gestaltete wurden alte Spiele neu entdeckt. Beim Sackhüpfen, Seilspringen, Kastlhüpfen und Hufeisenwerfen durften die Kinder ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.

Ein weiterer Programmpunkt war das Buttern. Die Kinder durften ihre Kraft einsetzen um die Kurbel bei einem Butterfass zu drehen. Die Kinder ließen es sich nicht zweimal sagen, die mit eigener Handarbeit hergestellte Butter genüsslich mit Brot und Marmelade zu verzehren. Dass diese Buttermilch anders, natürlich viel besser schmeckt, stand ebenfalls fest.

Begeistertes Mitmachen war ebenfalls beim Kegeln in der wunderschönen, um die Jahrhundertwende erbauten Kegelbahn zu beobachten. Mit Schwung und Elan ließen die Nachwuchsgartler ihre Holzkugeln die alte Bahn hinunterdonnern. Auch auf der Wiese vor der Bahn erfreute man sich mit alten Spielen wie dem Radtreiben und einem Seilspringspiel. Mit dem Ausruf „Verliebt, verlobt, verheiratet, wieviele Kinder wird sie kriegen?“ brachten es die geschicktesten Kinder auf über zwanzig zu erwartende Kinder. Nach all diesen abenteuerlichen Tätigkeiten, bei denen man sich in die gute alte Zeit zurückversetzt fühlte, tobten sich die Kinder noch etwas bei freiem Spiel auf dem Spielplatz aus.

Im Anschluss daran ließ man als „rasender Reporter“ das Erlebte bei einer Reflexion Revue passieren und ging mit einem Fragebogen auf die Ereignisse des Tages näher ein. Die Kinder erhielten die Möglichkeit, mit bunten Punkten ihre Meinung aufzukleben und das Erlebte zu besprechen.

Alle waren sich einig, dass die Tagesfahrt viel Spaß machte, lehrreich war und solche Fahrten öfters durchgeführt werden sollten.