„Die Obst und Gartenbauvereine können eine Erfolgsbilanz vorweisen“, unterstrich amtierender Landrat Werner Bumeder bei der Versammlung des Kreisverbandes am Mittwochabend im Gasthaus Scheuenpflug.



Die 53 Gartenbauvereine steuern auf die 10 000er Marke zu, damit ist rund jeder zehnte Landkreis-Bürger Mitglied in einem der OGV’s, eine „bewundernswerte Quote.“

Der stärkste Mitgliederzuwachs im vergangenen Jahr gelang Pilsting mit 21 neuen Vereinszugehörigen und damit einer Steigerung von fast zehn Prozent. Das mag wohl auch an dem beliebten Tag der offenen Gartentür gelegen haben, der vor zwei Jahren in der dortigen Marktgemeinde stattgefunden hatte.


Kreisvorsitzender Franz Aster begrüßte zur Hauptversammlung Vertreter der 53 Ortvereine, Landrat Bumeder, Bürgermeister Markus Baierl und Bezirksvorsitzenden Michael Weidner. In seinem Jahresbericht blickte er auf das abgelaufene Jahr zurück. „Der Zuwachs ist umso stärker, je aktiver der Ortsverein mit Veranstaltungen ist“, bestätigte Aster die Grußworte des amtierenden Landrates. Die drei stärksten Vereine sind Weichshofen (im August 500. Mitglied), Mamming und Simbach.


Auch einige Vorstandswechsel gab es im Kreis. In Großköllnbach löste Martin Laimer den seit 1990 amtierenden Vorsitzenden Johann Mühldorfer ab, in Aiglkofen folgte Magdalena Graßl auf Franz Girnghuber, der ebenfalls seit 1990 im Amt war. Bernadette Bindl folgte auf Gabi Schneil, die in Ottering seit 2008 den Vorsitz inne hatte, und in Mettenhausen folgte Klaus Hartl auf den seit 1998 Vorsitzenden Franz Hellinger. Alle vier wurden vom Kreisvorsitzenden für ihre langjährige Tätigkeit geehrt. Auch die neuen Vorsitzenden erhielten Präsente. Einen Geschenkkorb überreichte Aster an Franziska Schelske für den Auftritt bei der BZV-Versammlung der Jugend.

Ob Basiskurs für Einsteiger bei Streuobstpflege, Baumpflege oder Anlage von Blühflächen, auf Kreisebene war einiges geboten. Herausragend aber war wieder die Kreisjugendversammlung, die diesmal in Haidlfing stattgefunden hatte. „Wir wollen unseren Kindern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anbieten und sie mit der Natur vertrautmachen“, sagte Aster zum erklärten Ziel der Gartler.

Auch die Baumspende erhielt wieder jeder der 53 Obst- und Gartenbauvereine, ein Hochstamm der Sorte Weihrouge. „Der ausgewachsene Baum wird mit Sicherheit unser Landschaftsbild bereichern“, so Aster. Neu ist im Kreisverband auch die erste ausgebildete Streuobstwiesen-Pädagogin. Manuela Lorenz ist sogar zertifiziert und zeigte auf Verbandsebene den Gartlern, wie man sich mit dem Nachwuchs in Sachen Obstbau beschäftigen kann.

Auch heuer soll wieder der Landkreis-Most gekürt werden. Diesmal ist Frichlkofen für den Wettbewerb verantwortlich. Der dortige OGV hatten den letztjährigen Wettbewerb in Landau gewonnen. „Bitte sprechen Sie diejenigen an, die letztes Jahr wieder Most angesetzt haben, sich mit zwei Flaschen am Wettbewerb 2019 zu beteiligen“, bat Franz Aster. Der Tag der offenen Gartentür fand letztes Jahr in Lengthal statt, bestens vorbereitet vom Vorsitzenden Sepp Bachner mit seinem Team. „Die Besucher waren begeistert. Es dürften wieder einige tausend gewesen sein“, sagte der Kreisvorsitzende und blickte auch auf den diesjährigen offenen Gartentür-Tag, am 30. Juni von 10 bis 17 Uhr in Großköllnbach.


Eine Jahresvorschau hatte Kreisfachberater und Verbandsgeschäftsführer Andreas Kinateder vorbereitet. Er hob die Kreisjugendversammlung am 9. März im Postsaal Mengkofen heraus, dabei findet auch die Prämierung des Wettbewerbs Streuobstwiesen statt. Erstmals wird die Veranstaltung kombiniert mit einem professionellen Theater, dass das Stück „Die Wiese“ aufführt.


Der ehemalige Kreisvorsitzende Alois Schrögmeier bietet für die Ortsverbände am 27. April einen Fotokurs an. So lernen die Mitglieder die schönen Momente und Motive im heimischen Garten mit der Kamera festzuhalten – vorwiegend
mit der Makrofotografie.

Geplant sind wieder etliche Kurse, aber auch Fahrten, zum Beispiel nach Wels zur messe „Blühendes Österreich“ am 7. April oder zur Landesgartenschau Wassertrüdingen für Vereinsvorsitzende am 30. Juni. Die Bundesgartenschau Heilbronn soll am 4. Mai besucht werden. Die Kreisjugendfahrt führt am 26. Oktober nach St. Englmar zum Waldwipfelweg.


Bürgermeister Markus Baierl zeigte sich in seinem Grußwort stolz auf die sechs Gartenbauvereine in seinem Gemeindegebiet. Statistisch sei sogar fast jeder fünfte Moosthenniger Mitglied in einem OGV. Diese seien eine „Bereicherung ohne Ende“, unterstrich er und verwies auf das umfangreiche ehrenamtliche Engagement, ob Ferienprogramm, Feste oder Aktionen.


Den Tag der offenen Gartentür wertete er als einen großen Erfolg. Bezirksvorsitzender Michael Weidner sagte, Niederbayern habe rund 76.000 Mitglieder in Obst- und Gartenbauvereinen. Angesprochen wurde bei der Versammlung auch das Volksbegehren zur Artenvielfalt mit dem Titel „Rettet die Bienen“, für das sich Interessierte bis 13. Februar eintragen können. „Es geht nicht nur um die Bienen“, wurde unterstrichen, „jeder einzelne sollte sich dazu Gedanken machen!“